ÜBER MICH

Vinko Nino Jaeger
Vinko Nino Jaeger
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Als Künstler-Designer und Holzbildhauer interessiere ich mich für die skulpturale Präsenz und Form der von mir entworfenen Möbel und Alltagsgegenstände. Jedes Objekt ist ein Unikat, eine Skulptur für den täglichen Gebrauch. Das manuelle Herstellungsverfahren ermöglicht eine skulpturale Handschrift, die den besonderen Charakter der Möbel prägt. Besonderer Wert wird auf Unregelmäßigkeiten oder Asymmetrien gelegt, die Teil des ästhetischen Gesamterlebnisses werden. Meine Funktionsskulpturen werden nach ergonomischen Kriterien geformt. Die Freude am Handwerk und die natürliche Schönheit des Materials sind allen Objekten inhärent.
Meine Möbel stehen für echtes Wiener Design und Produktion. Es werden heimische Holzarten aus ökologischen Holzbetrieben verwendet. Alle Verbindungen sind aus Holz und kommen ohne Metall und Kunststoff aus.

ATELIER STŌL

Als ich 2019 meine Werkstatt und Galerie STŌL gründete, wollte ich mit der Trennung von bildender und angewandter Kunst brechen und die Verbindung von Kunst, Handwerk, Design, Funktion und Leben neu denken und weiterentwickeln.

 

Während meines Studiums an der Akademie der bildenden Künste Wien habe ich mich auf Holzbildhauerei und Holzrestaurierung konzentriert. Als ich die Tradition des Welsh Stick Chair und Captain Chair entdeckte, war ich sofort von ihrer Konstruktion und schlichten Schönheit fasziniert. Die Herstellung von Stühlen aus Massivholz und die Verwendung von Handwerkzeugen verleihen ihnen einen besonderen Charakter und eine Faszination, die mit industriell gefertigten Möbeln nicht zu vergleichen ist.

 

In meiner Arbeit bewege ich mich fließend zwischen Möbeldesign, Skulptur, Fotografie und angewandter Kunst. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Design und der Herstellung von Stühlen. Stühle haben für Designer einen bleibenden Charme. Vielleicht wegen ihrer anthropomporphischen Verwandtschaft mit dem Menschen. Möbel zu entwerfen und herzustellen ist für mich eine Form der konstruktiven Holzskulptur. Der Designprozess ist ein Dialog zwischen dem Körper des Holzarbeiters und dem Holz. Ich sehe Skulptur – und Kunst im Allgemeinen – als einen Teil unseres Lebens.

 

Alle Möbel werden mit traditionellen Handwerkzeugen hergestellt. Besonderes Augenmerk wird auf Komfort und Ergonomie der Sitzmöbel gelegt.

 

Nachhaltigkeit und Verwandtschaft

Als Menschen sind wir Teil eines großen Ganzen, das wir Erde oder Welt nennen. Unsere Verwandtschaft besteht nicht nur zwischen uns Menschen, sondern auch zwischen anderen Lebewesen, Pflanzen, Tieren und dieser Erde, auf der wir leben. Daher liegt es in unserer Verantwortung, in dieser Beziehung respektvoll und vorsichtig umzugehen. Die Verwendung von Holz aus fairer und nachhaltiger Produktion, der ressourcenschonende Umgang mit diesem Material und Energieträgern wie Strom liegt mir daher am Herzen. Für die Herstellung meiner Möbel verwende ich ausschließlich Handwerkzeuge. Die Fugen sind aus Holz. Meine Möbel sind mit Ölen geölt, die keine Zusätze enthalten. Farben wie Ölfarbe oder Milchfarbe stelle ich selbst her, sowie Beizen. Ich verwende Bio-Kleber anstelle von Plastikklebern. Der Umgang mit dem Rohstoff Holz ist so ressourcenschonend wie möglich. Nichts wird weggeworfen - selbst kleinste Holzreste werden noch in meiner Werkstatt verwendet, zum Beispiel als Anzündholz für den Holzofen.

Am Anfang war das Holz

Die Faszination für die konstruktive Holzbildhauerei hat mich schon sehr früh gefangen genommen. Mein erstes Gebäude war eine zeltförmige Holzhütte, bestehend aus Holzschindeln, gebaut um einen großen Fichtenstamm. Es folgten kleine Gebäude, Möbel und andere Gebrauchsgegenstände. Die menschenähnliche Form des Stuhls, seine skulpturalen und performativen Möglichkeiten begannen mich immer mehr zu beschäftigen. Vor einigen Jahren habe ich mich entschieden, meinen künstlerischen Schwerpunkt auf den Stuhl als Form meines künstlerischen Ausdrucks zu legen. Seitdem werden immer mehr Skulpturen in Form von Sesseln und Hockern aus Massivholz gefertigt. Jeder Stuhl ist ein fröhliches Fest der funktionalen Skulptur, die in der Nutzung durch den Menschen (oder die Katze) ihre Vollendung findet. Meine Leidenschaft für bildhauerische Kunst teile ich durch Lehraufträge an der Kunst VHS und der Sigmund Freud Privatuniversität.  

Die Hand

Das Zusammenspiel von Hand und Gehirn steigert nachweislich die Denkfähigkeit, dennoch schreibt kaum jemand etwas mit der Hand. Ich schreibe zum Beispiel immer noch mit der Hand, weil ich sonst meine Musik nicht erkennen kann [...] Handschrift ist aus dem Alltag verschwunden. Schade, denn kaum etwas sagt so viel über einen Menschen aus und hinterlässt Spuren von Zeitzeugen.

Olga Neuwirth

 

Das Holz bearbeite ich ausschließlich von Hand. Durch den Einsatz von Handwerkzeugen bin ich dem Holz nahe. Das gibt meinem Körper die Möglichkeit, am Formgebungsprozess und der Oberflächengestaltung teilzuhaben. Der Körper kommuniziert mit dem Holz. Der Körper schreibt sich in das Holz ein. Vojtěch Volavka nennt diesen Vorgang skulpturale Handschrift. So entstehen Unikate. Stücke, die eher wie Individuen sind, die sich auf ihr Gegenüber einlassen.

Mehr zu meinen Kunstwerken finden Sie hier​

www.vnjaeger.com

MITGLIEDSCHAFTEN

IG bildende Kunst

VBKÖ

AUSBILDUNG

Studierte Objektskulptur bei Julian Göthe und Pawel Althamer und Kontextuelle Malerei bei Ashley Hans Scheirl an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie Holzrestaurierung. Abschluss: Mag.art.

 

Studium der Philosophie und Psychologie an der Paris Lodron Universität Salzburg. Abschluss: Mag. phil.

LEHRTÄTIGKEIT

Seit 2020 Lehrtätigkeit für bildhauerische Holztechniken an der Kunst Handwerks VHS Wien.

 

Seit 2017 Lehrbeauftragter für körper- und raumbezogene Kunst an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien.

 

Seit 2015 Lehrtätigkeit zu künstlerischen Arbeitsprozessen an der Kunst VHS Wien.